Das eigene WLAN absichern für Einsteiger
Mittlerweile nutzt jeder dritte ein kabelloses Netzwerk um sich mit dem Internet zu verbinden. Vielfach wird sich dabei keine Gedanken um die Sicherheit gemacht und die Einstellungen des Routers werden so belassen. Warum auch nicht, es funktioniert ja alles.
Im Auslieferungszustand sind die wenigsten kabellosen Netzwerke genügend abgesichert. Die Hersteller setzen auf Bedienungsfreundlichkeit statt Sicherheit, wodurch das Aufsetzen vernünftiger Sicherheitsvorkehrungen am Endverbraucher hängenbleibt. Im Grunde genommen ist es relativ einfach einen Router “dicht” zu machen. Die Voraussetzungen dafür bringt jedes Gerät mit.
100%ige Sicherheit gibt es natürlich nie, aber mit ein paar Vorkehrungen ist das Netz wenigstens so sicher, daß zumindest der lustige Nachbar das Interesse verliert auf fremde Kosten durchs Netz zu surfen.
MAC-Adressen
Eine wichtige Funktion ist die Filterung der MAC-Adressen. Jedes Netzwerkgerät (sei es eine Netzwerkkarte oder ein WLAN-Stick…) hat eine eindeutige fixe Nummer. Diese zwölfstellige hexadezimale Zahl wird MAC-Adresse genannt. und ist normalerweise auf dem Gerät zu lesen. Man kann diese Adresse aber auch leicht herausbekommen. Unter windows mit dem Befehl “ipconfig -all”. Dort werden dann die Netzwerkgeräte aufgezählt. Die physikalischen Adressen dieser Geräte entsprechen den MAC-Adressen.
Jeder Router ist in der Lage anhand einer Liste MAC-Adressen zu speichern. Und nur diesen MAC-Adressen wird dann per Einstellung der Zugang zum Netz gewährt. Somit ist schonmal gesichert, daß nur die Rechner ins Netz kommen, die freigegeben wurden.
Es gibt natürlich Möglichkeiten eine MAC-Adresse eines Netzwerkgerätes zu ändern, z.B. mit dem LInux-Befehl “ifconfig”, aber der Angreifer müsste schon wissen, welche Adressen freigegeben wurden, damit er seinen Rechner ins Netz bekommt.
WEP
Der nächste Schritt ist die Absicherung des Netzes. Die unsichere Methode ist die WEP-Verschlüsselung (vielfach die Standard-Einstellung bei fabrikneuen Routern). WEP unterstützt 2 Schlüssellängen, in der Regle 64 Bit und 128 Bit. Um WEP verwenden zu können, muß ein Passwort angegeben werden, das ist dann der WEP-SChlüssel.
Dieses hat bei WEP 64 Bit eine Länge von mindestens sieben Ascii-Zeichen oder hexadezimalen Zahlenpaaren, bei WEP 128 Bit müssen mindestens 13 Ascii-Zeichen oder hexadezimale Zahlenpaare angegeben werden. Dabei ist der Ascii-Wert nichts weiter als das Passwort im Klartext und der Hexadezimalcode seine Übertragung in ein maschinenlesbares Format.
Das WEP-Protokoll gilt aufgrund seines Alter als nicht besonders sicher. Moderne Wardriving-Tools sind in der Lage, den Traffic zwischen Accesspoint und Rechner abzuhören und darüber Rückschlüsse auf den Schlüssel zu ziehen. Je mehr Datenverkehr über den Accesspoint geht, desto schneller ist der Schlüssel geknackt. Um eine WEP-Verbindung zu sichern, sollte das Passwort, also der Schlüssel regelmässig geändert werden. Unter diesen Umständen ist selbst eine altmodische 64Bit-WEP-Verschlüsselung verhältnismäßig sicher, denn kein Wardriver dürfte den Elan haben, alle paar Tage mehrere Stunden damit zu verbringen, den neuen Schlüssel zu erspähen.
Besser ist die WPA-Verschlüsselung
WPA ist gegenüber WEP die modernere Variante der Verschlüsselung, wird aber nur von modernen Accesspoints und WLAN-Karten unterstützt. Im Gegensatz zu WEP verfügt der Wi-Fi Protected Access über zwei Schlüssel, die dynamisch ausgetauscht werden. Dadurch wird der unbefugte Zugang wesentlich erschwert.
Sollte ein Wardriver oder Hacker sich daran machen, sich einen Zugang zu dem kabellosen und WPA-gesicherten Netzwerk zu verschaffen, wird er durch die dynamische Verschlüsselung mit seinen bei WEP perfekt funktionierendem Tool wohl Probleme bekommen. Durch variierende Schlüssel kann das Programm nicht mehr auf den Schlüssel schließen, sondern spuckt nur Datensalat aus.
Bessere Passwörter wählen !
Zusätzliche Sicherheit gibt die Vergabe komplexer Passwörter. Wenn die Passwörter leicht zu erraten sind, ist es selbst für Laien sowohl bei WEP als auch bei WPA kein Problem, sich Zutritt zu einem kabellosen Netzwerk zu verschaffen.
Das Netz verstecken
Diese Bezeichnung des WLAN-Netzes, der Name des Netzwerkes, wird als System Set Identifier bezeichnet, kurz SSID. Die SSID wird normalerweise übermittelt, doch erlauben die meisten Router, sie zu verstecken. Das Resultat: Der Nutzer muss die SSID samt Passwort angeben, um das Netz überhaupt zu sehen !
Bei dieser Methode wird die SSID einfach nicht vom Accesspoint übermittelt. Für jemanden, der die SSID nicht kennt, ist das Netz somit unsichtbar. Diese Sicherheitsmaßnahme birgt einen großen Vorteil, aber auch einige Gefahren. So sollte der Netzname genau wie das Passwort möglichst komplex und schwer zu erraten sein.
Der Nachteil einer komplexen Netzwerkkennung, gerade im privaten Bereich ist, dass möglicherweise die Kennung vergessen wird. Dann wird der Accesspoint nicht mehr gefunden und muss per Kabel angeschlossen und neu konfiguriert werden, je nach dem, wo er angebracht ist, eine durchaus aufwändige Arbeit. Deshalb sollte die SSID mit Bedacht gewählt werden, ebenso das Passwort.
Nur eine Kombination bedeutet maximale Sicherheit
Wenn alle drei Sicherheitsmaßnahmen, die Zugriffssperre über MAC-Adressen, die Verschlüsselung und die Tarnung via SSID ordnungsgemäß eingerichtet wurden, dürfte es den meisten Hackern sehr schwer fallen, sich einen Zugriff zum Netzwerk zu verschaffen. (Zumal bei privaten kleinen WLAN-Netzen oftmals garnicht das Interesse besteht einen Riesenaufwand zu betreiben.) Zusätzlich sollte noch die Logging-Funktion aktiviert werden. Dort können eventuelle Hacking-Versuche nachgelesen werden.
Die innere Sicherheit darf nicht vergessen werden
Normalerweise werden Router und Accesspoints ab Werk ohne Passwortschutz ausgeliefert und laufen auf einer sehr leicht zu erratenden IP-Adresse, nämlich 192.168.1.1. Der erste Schritt sollte deshalb sein, den Router auf eine andere Netzwerk-Adresse umzulegen, die weiter hinten im Adressraum liegt.
Der zweite Schritt sollte die Vergabe eines vernünftigen und schwer zu erratenden Passworts sein. Dann ist das WLAN ausreichend gegen den Zugriff Dritter abgesichert und dem kabellosen Surf-Spaß wie in der Werbewelt stehen keine Sicherheitsbedenken mehr im Wege.
