Daten online speichern - Segen oder Wahnsinn ?
Google Docs, Zoho oder Dropbox, Daten online zu speichern ist trendy. Klar liegen die Vorteile auf der Hand: Die Daten sind von überall aus erreichbar und dafür braucht man in den meisten Fällen nur einen Browser. Feine Sache eigentlich.

…Ich persönlich halte eigentlich diese Art von Datensicherung oder Datenhaltung für gefährlich oder leichtsinnig. Natürlich sind die Angebote mit einem Passwort geschützt, da kann doch nix passieren ?! Wenn man sich so einige Passworte ansieht, sind diese selbst mit Brute-Force Methoden innerhalb von Minuten geknackt. Aber das ist nicht das Problem, auf das ich hinaus will.
Was war denn im Oktober letzten Jahres bei der Telekom los ? 17 Millionen Kundendaten wurden da bei T-Mobile gestohlen. Unter den Daten waren Adressen, Geburtsdaten und natürlich Handy Nummern. Nach dem Klau wollte man die Sicherheitsmaßnahmen dann erhöhen: Komplexere Passwörter, noch mehr eingeschränkte Nutzerrechte,…
Ich denke solch eine zentrale Speicherung von Daten ist IMMER eine schlechte Idee. Grundsätzlich besteht immer die Gefahr des Mißbrauchs und diese Gefahr muß nicht immer technischer Natur sein, vielmehr ist wohl auch die menschliche Natur nicht zu vergessen.
Erst jetzt wurde doch bei Google bekannt, dass private Daten des Services “Google Docs” in falsche Hände geraten sind. Google Docs ist quasi das Office-Paket online. Man kann dort Tabellen oder Texte erstellen und diese logischerweise dann online speichern. Man gibt dann den Personenkreis an, der Zugriff auf diese Dokumente hat. Als privat deklarierte Dokumente sind nur von dem Autor einzusehen. Jetzt ist aber bekannt geworden, dass es bei Google Docs eine Sicherheitslücke gab, die (so wird behauptet) 0,05 % der Google Docs Dokumente für andere Nutzer sichtbar macht. Wenn man sich jetzt vorstellt, dass ein Unternehmen seine kompletten, sensiblen Daten bei solch einem Online-Service speichert (und der Trend geht genau in diese Richtung), sind die Folgen wohl fatal !
Ich persönlich werde keine sensiblen Daten im “Netz” ablegen !

10. März 2009 um 16:02
Hi Bernd,
ich sehe das ähnlich wie Du. Dabei sind Passwörter beim Zugang noch gar nicht mal das grösste Problem. Ich vertraue auf keinen Fall irgendeiner Firma im Netz meine Daten an. Wer weiss den, wer hinter solchen Firmen steht. Von Kooperationen solcher Firmen mit Geheimdiensten und anderen Sicherheitsbehörden mal gar nicht zu reden/schreiben. Ich verzichte deshalb u.a. auch darauf ein Google Mail-Konto zu haben, weil bekannt ist, dass Google sämtliche Mails nach relevanten Begriffen durchsucht, um sie für Werbezwecke zu nutzen.
10. März 2009 um 19:19
Ein weiteres Problem ist auch der Umstand, dass viele Betreiber solcher Online-Services selbst Speicherplatz nur anmieten (z.B. bei Amazon oder auch bei Google). Wenn dieser Speicherplatz dann in einem anderen Land liegt, kann es dort schon ganz anders aussehen mit den Datenschutzbestimmungen.
Ein Gmail-Account besitze ich schon, aber ich benutze es so gut wie garnicht, eben aus den Gründen die du genannt hast.
Manche nennen das vielleicht paranoid, aber ich glaube man kann garnicht sensibel genug mit solchen Dingen umgehen. Vielfach wird einfach übersehen, worauf man sich teilweise einlässt und das nur, damit man ein wenig mehr Komfort sein eigen nennen kann…